Gemeinschaftspraxis Dr. med. Helene Huber & Dr. med. Bernd Rösel
Gemeinschaftspraxis Dr. med. Helene Huber & Dr. med. Bernd Rösel

Phytotherapie oder Pflanzenheilkunde

Die Phytotherapie oder Pflanzenheilkunde gehört mit zu den ältesten Medizinlehren. Bereits vor mehr als 3.000 Jahren wurden in China und Indien Krankheiten mithilfe von Heilpflanzen behandelt. Sie wurden in allen Hochkulturen eingesetzt und waren die wichtigsten Heilmittel bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts. In unserem Kulturkreis war der Grieche Diokles von Karytos der erste, der um 350 v. Chr. die Zubereitung und Anwendung von Pflanzen des östlichen Mittelmeerraums beschreibt. Mit Paracelsus (1493-1541) begann eine Systematisierung der heimischen Heilpflanzenkunde in seinem Werk Herbarius.

 

Er versuchte, durch Destillation die Essenz der Pflanze, das so genannte Arcanum, von den unbrauchbaren Bestandteilen zu trennen und so den reinen Wirkstoff zu gewinnen. Auf diese Weise erhielt er die ersten alkoholischen Pflanzenauszüge. 
 

Die Pflanzen werden als Frischpflanzen, Drogen oder Extrakte eingesetzt, die auch zu Tees, Kapseln, Tropfen oder Salben weiterverarbeitet werden können. Hinsichtlich der Wirksamkeit gibt es sowohl bei den einzelnen Pflanzen als auch bei den Präparaten große Unterschiede; generell haben pflanzliche Präparate jedoch ein breiteres Wirkungsspektrum und weniger Nebenwirkungen als synthetische Medikamente.

Sonderformen der Phytotherapie, die sich über Jahrtausende entwickelt haben, sind ein wichtiger Bestandteil der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) und der Ayurvedischen Medizin in Indien.

Die Phytotherapie ist, wie die Homöopathie, eine spezielle Therapierichtung, die neben naturwissenschaftlichen Bewertungsmaßstäben auch vorhandenes Erfahrungsmaterial heranzieht. Man unterscheidet die rationale oder allopathische Phytotherapie, die auf der naturwissenschaftlich begründeten Medizin basiert, von der traditionellen Phytotherapie, die sich aus der Volksheilkunde entwickelt hat. Die rationale Phytotherapie erhebt den Anspruch, kausal und symptomatisch der Krankheit entgegenzuwirken, während die traditionelle Phytotherapie sich auf überlieferte Erfahrungen stützt.

Anders als in der Homöopathie lässt sich die Wirkungsweise der Phytopharmaka innerhalb des naturwissenschaftlichen Weltbilds erklären. Ein wichtiger Unterschied diesbezüglich ist die Dosis-Wirkungsbeziehung: Je höher in der Phytotherapie die Dosis, desto stärker ist auch die Wirkung, während es sich in der Homöopathie genau umgekehrt verhält.

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