Gemeinschaftspraxis Dr. med. Helene Huber & Dr. med. Bernd Rösel
Gemeinschaftspraxis Dr. med. Helene Huber & Dr. med. Bernd Rösel

Vorsorgeuntersuchungen Frauen

Vorsorge kann Leben retten. Da sind sich Experten einig. Dennoch wissen viele Menschen nicht, welche Untersuchungen zur Vorsorge ihnen gesetzlich zustehen und welche selbst zu zahlende Vorsorgeuntersuchung empfehlenswert ist. Gerade für Frauen existieren ab dem 20. Lebensjahr eine Reihe von Vorsorgeuntersuchungen, mit denen zum Beispiel einige Krebserkrankungen wie Darmkrebs oder Hautkrebs rechtzeitig erkannt werden können.

Die Vorsorgeuntersuchungen sind darauf ausgerichtet, häufige in der Bevölkerung auftretende und volkswirtschaftlich relevante Krankheiten frühzeitig aufzudecken, um durch rechtzeitige Behandlung eine Heilung zu erreichen (z. B. Darmkrebs) bzw. die Folgeschäden zu lindern (z. B. Zuckerkrankheit, Bluthochdruck). Dadurch sollen den Krankenkassen die Kosten für die Behandlung der Folgeschäden erspart werden. Bei der Erstellung von Vorsorgeprogrammen wird nicht das medizinisch Machbare, sondern die (auch ökonomische) Abwägung des Nutzens und des Schadens eines sinnvollen Screenings zugrunde gelegt.

 

Empfehlung der ges. Krankenversicherungen für Frauen: 

 

Ab 30 Jahren - Brustkrebs

Zum jährlichen Check beim Frauenarzt, gehört nun auch eine Tastuntersuchung der Brust und den umliegenden Lymphknoten (in den Achseln) dazu, um Knoten und somit Brustkrebs aufzuspüren. Zusätzlich wird der Frau gezeigt, wie sie einmal im Monat (am besten kurz nach der Periodenblutung) ihre Brust selbst abtasten kann.

 

Ab 35 Jahren - Check-up

Alle zwei Jahre haben Frauen das Anrecht auf einen Check-up, bei dem Blut, Urin, Puls, Blutdruck, Herz, Lunge, Atemwege, Beweglichkeit der Gelenke, Reflexe, Bauch und Lymphdrüsen untersucht werden. Dabei kommt der Arzt vor allem Krankheiten wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Nierenerkrankungen auf die Spur und überprüft vorhandene Risikofaktoren. Gegebenenfalls wird auch noch ein EKG angefertigt (welches manchmal selbst bezahlt werden muss), mit dessen Hilfe sich die Herz-Kreislauf-Funktionen kontrollieren lassen.

 

Ab 35 Jahren - Hautkrebsvorsorge

Auch das Hautkrebs-Screening können Frauen und Männer alle zwei Jahre in Anspruch nehmen. Der Arzt prüft den ganzen Körper dabei auf Hautveränderungen wie Ekzeme, Geschwüre oder Pigment-Male. Bei krebsverdächtigen Stellen nimmt der Arzt eine Gewebeprobe, welche im Labor untersucht wird. Hautkrebs kann schon in sehr frühem Stadium erkannt und erfolgreich behandelt werden (z. B. durch eine kleine OP).

 

Ab 50 Jahren - Früherkennung Darmkrebs

Die Krankenkassen stellen für beide Geschlechter, einmal jährlich Untersuchungen zur Früherkennung von Darmkrebs zur Verfügung. Dazu gehört ein Schnelltest auf verstecktes (okkultes) Blut im Stuhl. Denn dieses kann nämlich ein Hinweis auf Geschwülste (Wucherungen) im Darm sein und damit auch auf Darmkrebs hindeuten.

 

Ab 50 Jahren - Mammographie

Frauen zwischen 50 und 70 Jahren haben das Anrecht alle zwei Jahre ein Mammographie-Screening durchführen zu lassen. Bei dieser Brustkrebsvorsorge werden die Brüste geröntgt, um gegebenenfalls frühzeitig Veränderungen im Brustgewebe festzustellen. Für Frauen unter 50 Jahren besteht nur bei konkretem medizinischem Verdacht auf eine Tumorerkrankung, ein Anspruch auf eine Röntgenuntersuchung.

 

Ab 55 Jahren - Darmspiegelung

Bei beiden Geschlechter wird ab 55 Jahren von den Kassen Darmspiegelungen (Koloskopie) im Abstand von 10 Jahren übernommen. Dabei untersucht der Arzt mittels einer Kamera (welche in einem Schlauch montiert ist), den zuvor gereinigten End- und Dickdarm auf Polypen und Polypenknospen. Diese sind zwar zunächst noch harmlos, können sich aber zu bösartigen Tumoren (Dickdarmkrebs) entwickeln. Deshalb werden sie auch bei der Untersuchung direkt mit einer Drahtschlinge entfernt. Eine Darmspiegelung ist völlig schmerzfrei.

 

Zusätzlich empfehle ich folgende Vorsorgeuntersuchungen die leider meist nicht im Leistungsumfang der Kassen enthalten sind und als individuelle Gesundheitsleistung (IGEL-Leistungen) selbst bezahlt werden müssen:   

 

Ab 40 Jahren - Herzinfaktvorsorge

Zu den Untersuchungen, die Sie Ihrer Herzgesundheit zuliebe regelmäßig durchführen lassen sollten, gehören die Messung des Cholesterinspiegels und des Blutdrucks. Ebenfalls wichtig ist eine Gewichtskontrolle und bei bereits bekannten Risikofaktoren ein Lipoprotein CRP- und/oder Homocystein-Test.

Ab 40 Jahren - Herzinsuffizienzuntersuchung

Seit Anfang des 21. Jahrhunderts steht mit der Bestimmung der Plasmakonzentration des brain natriuretic peptide (BNP bzw. NTproBNP) ein Test zur Verfügung, der auch in der Alltagsroutine für die Diagnostik einer Herzinsuffizienz hilfreich sein kann. Je nach Ausmaß der Herzinsuffizienz sind die Werte mäßig bis stark erhöht, während niedrig normale BNP- oder NTproBNP-Spiegel bei einem unbehandelten Patienten eine Herzinsuffizienz weitgehend ausschließen.

Ab 60 Jahren - Osteoporoseuntersuchung

Die Knochendichtemessung wird vor allem bei Verdacht auf Osteoporose (Knochenschwund) durchgeführt. Bei Osteoporose verliert der Knochen an Masse und Stabilität. Besonders in folgenden Fällen kann eine Knochendichtemessung sinnvoll sein:

  • Bei deutlichen Osteoporose-Beschwerden, wie Knochenschmerzen, Rundrücken, gehäuften Knochenbrüchen;
  • Bei deutlichen Beschwerden von Männern mit erhöhtem Osteoporose-Risiko: Ein solches besteht z.B. bei erhöhten Alkohol- und / oder Nikotinkonsum, gehäufter Osteoporose in der Familie, Diabetikern oder Mangelernährung;
  • Bei Frauen nach den Wechseljahren mit erhöhtem Osteoporose-Risiko;
  • Zur Verlaufskontrolle der Osteoporose und/oder zur Therapiekontrolle;
  • Bei Verdacht auf Osteomalazie: Dabei handelt es sich um eine Verminderung der Knochendichte aufgrund eines mangelhaften Einbaus von Mineralstoffen in die Knochen.
  • Bei Knochenbrüchen ohne adäquates Trauma.

Derzeit wird die Knochendichtemessung von den gesetzlichen Krankenkassen erst dann vergütet, wenn mindestens ein osteoporotisch bedingter Knochenbruch vorliegt.

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